Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Görlitz

Stand: 16.11.2020

Am heutigen Montag, 16.11.2020 konnte bereits vorzeitig die gezielte Suche nach toten Wildscheinen (Fallwildsuche) im zivilen Bereich des gefährdeten Gebietes im Landkreis Görlitz abgeschlossen werden.

„Dank der zahlreichen Helfer von Bundeswehr, Technischen Hilfswerk, der Freiwilligen Feuerwehren, dem Staatsbetrieb Sachsenforst und der Bereitschaftspolizei sowie den ortsansässigen Jägern und Hundeführern ist es uns gelungen am vergangenen Wochenende die letzten Teile des betroffenen zivilen Gebietes abzusuchen. Sie haben Hand in Hand mit unserem Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt und dem Kreisforstamt eine hervorragende Arbeit geleistet.“ vermeldet Landrat Bernd Lange am Montagnachmittag.

Am Wochenende konnte das Virus erneut an je einem gefundenen Vorderlauf und einem Hinterlauf nachgewiesen werden. Die Fundorte liegen ebenfalls im Ortsteil Pechern in der Gemeinde Krauschwitz nahe der polnischen Grenze ca. 2 bzw. 4 Kilometer vom Erlegungsort des ersten positiven Wildschweines entfernt. Sie wurden vermutlich durch Prädatoren (Beutegreifer) verschleppt. Aktuell wartet der Landkreis noch auf Untersuchungsergebnisse weiterer Funde von Fallwild unmittelbar an bzw. aus der Neiße.

Die Fallwildsuche ist Teil der Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Landkreis Görlitz und dient zur Ermittlung der Ausdehnung des tatsächlichen Infektionsgeschehens. Aktuell waren pro Tag bis zu 170 Personen im zivilen Bereich des gefährdeten Gebietes im Einsatz.


Stand: 05.11.2020

Die Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen (LDS) zur Festlegung eines gefährdeten Gebietes und weiterer Anordnungen zur Tierseuchenverhütung und -bekämpfung (Afrikanische Schweinepest - ASP) vom 3. November 2020 musste aufgrund einer Rückmeldung der Europäischen Kommission optimiert werden. Die Änderungen betreffen ausschließlich die verbale Beschreibung und eine minimale Änderung der räumlichen Ausdehnung.

Es wird das Gebiet um die Abschussstelle eines ASP-infizierten Wildschwein in Krauschwitz/Pechern im Freistaat Sachsen als gefährdetes Gebiet festgelegt. Es umfasst folgende Gemeinden und Ortsteile im Freistaat Sachsen und ist in dem folgenden Kartenausschnitt als innere Linie (schraffiert) mit folgenden Grenzen dargestellt:

  • Gemeinde Krauschwitz östlich der B115
  • Gemeinde Weißkeißel östlich der B115
  • Gemeinde Rietschen östlich der B115 und nördlich der Südgrenze Truppenübungsplatz Oberlausitz


In diesem Gebiet gelten:

Anordnungen an die Jagdausübungsberechtigten:

  • Jagdverbot für alle Tierarten
  • verstärkte Fallwildsuche
  • Anzeigezeigepflicht von Fallwild (für die Mitwirkung wird eine Aufwandsentschädigung gewährt)


Vorgaben für die Schweinehalter:

 Im gefährdeten Gebiet sind Auslauf- und Freilandhaltung von Schweinen verboten.


Anordnungen an die Allgemeinheit:

  • Es gilt Leinenzwang für Hunde.
  • Eine Untersagung der Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Flächen wird im Einzelfall durch die Landesdirektion Sachsen entschieden.
  • Veranstaltungen mit Schweinen sind im gefährdeten Gebiet untersagt.
  • Die Errichtung von Absperrung mit einer wildschweinsicheren Umzäunung ist zu dulden.
     

Allgemeinverfügung zur Festlegung eines gefährdeten Gebietes vom 05.11.2020 
 

Weiterhin wurde die Allgemeinverfügung zur Festlegung einer Pufferzone mit weiteren Anordnungen veröffentlicht.

Als Pufferzone wird das Gebiet um das mit der Allgemeinverfügung vom 5. November 2020, festgelegte gefährdete Gebiet bestimmt. Die Pufferzone umfasst folgende Gemeinden und Ortsteile im Landkreis Görlitz und ist in dem folgenden Kartenausschnitt gemäß Legende mit folgenden Grenzen dargestellt:

  • Gemeinde Gablenz
  • Gemeinde Bad Muskau
  • Gemeinde Krauschwitz sofern nicht bereits Teil des Gefährdeten Gebietes
  • Gemeinde Weißkeißel sofern nicht bereits Teil des Gefährdeten Gebietes
  • Gemeinde Rietschen sofern nicht bereits Teil des Gefährdeten Gebietes
  • Gemeinde Hähnichen
  • Gemeinde Rothenburg/ O. L.
  • Gemeinde Neißeaue
  • Gemeinde Görlitz nördlich der Bundesautobahn 4


In diesem Gebiet gelten:

Anordnungen an die Jagdausübungsberechtigten:

  • Jagdverbot für alle Tierarten
  • verstärkte Fallwildsuche
  • Anzeigezeigepflicht von Fallwild (für die Mitwirkung wird eine Aufwandsentschädigung gewährt)
     

Vorgaben für die Schweinehalter:

  • Schweinehalter haben der zuständigen Behörde unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Schweine, die Nutzungsart und den Standort, sowie verendete oder erkrankte, insbesondere fieberhaft erkrankte Schweine anzuzeigen.
  • Die Schweine sind so abzusondern, dass sie nicht mit Wildschweinen in Berührung kommen können.
  • Es muss geeignete Desinfektionsmöglichkeiten an den Ein- und Ausgängen der Ställe oder sonstigen Standorten eingerichtet werden.
  • Verendete und erkrankte, insbesondere fieberhaft erkrankte Schweine, bei denen der Verdacht auf Afrikanische Schweinepest nicht ausgeschlossen werden kann, sind nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde serologisch oder virologisch zu untersuchen.
  • Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Schweine in Berührung kommen können, müsssen für Wildschweine unzugänglich aufbewahrt werden.
  • Ein Hund auf dem Betriebsgelände eines schweinehaltenden Betriebes darf das Gelände nur unter Aufsicht verlassen.
  • Schweine dürfen auf öffentlichen oder privaten Straßen oder Wegen nicht getrieben werden, ausgenommen hiervon sind betrieblichen Wege.
  • Erlegte oder verendet aufgefundene Wildschweine oder deren Teile sowie Gegenstände, mit denen Wildschweine in Berührung gekommen sein können, dürfen nicht in einen schweinehaltenden Betrieb verbracht werden.
  • Auslauf- und Freilandhaltung von Schweinen ist verboten.


Anordnungen an die Allgemeinheit:

  • Personen, die mit Wildschweinen in Berührung gekommen sind, haben Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen nach näherer Anweisung des LÜVA durchzuführen. Das gilt auch für Hunde.
  • Veranstaltungen mit Schweinen sind untersagt.
  • Die Errichtung von Absperrungen mit einem wildschweinsicheren Zaun ist zu dulden.
     

Allgemeinverfügung zur Festlegung einer Pufferzone vom 05.11.2020
 

Karte PZ und GG

Die detailierte Karte zum Download.


Stand: 01.11.2020
Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Sachsen zu verhindern, hat der Freistaat zwei Allgemeinverfügungen  erlassen. Darin wurde eine Restriktionszone und eine Pufferzone festlegt, in der für Jäger, Schweinehalter und die Allgemeinheit besondere Regelungen gelten. Die Restriktionszone beschreibt ein sogenanntes gefährdetes Gebiet um die Abschussstelle eines mit ASP infizierten Wildschweins in der Ortslage Krauschwitz/Pechern im Landkreis Görlitz. Die Pufferzone wurde nun ebenfalls definiert.

Für Jäger gilt in diesem Gebiet ein Jagdverbot für alle Tierarten. Gestartet wird eine intensive Suche nach sogenanntem Fallwild, um einen Überblick über die tatsächliche Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu bekommen, bzw. den Nachweis zu erbringen, dass es zu keinem weiteren Eintrag gekommen ist. Für verendet gefundene Wildschweine gilt eine Anzeigepflicht. Jäger, die Fallwild anzeigen sowie bei der Bergung und Beseitigung mitwirken, erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung. Schweinhaltern ist in diesem Gebiet die Freilandhaltung und der Auslauf von Schweinen untersagt. Für Hundehalter und ihre Tiere gilt ein Leinenzwang. Messen, Versteigerungen und sonstige Veranstaltungen mit Schweinen sind untersagt. Über die Nutzung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen wird im Einzelfall entschieden.

Am 31. 10. 2020 hatte das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt, dass ein am 27.10.2020 im Landkreis Görlitz geschossenes Wildschwein mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert war. Das Tier wurde in der Landesuntersuchungsanstalt am 29.10. untersucht und der Verdacht am 30.10.2020 ausgesprochen. Das Tier wurde auf dem Gebiet der Gemeinde Krauschwitz erlegt. Ein zeitgleich geschossener Frischling war negativ getestet worden.

Der Krisenstab des Sozialministeriums und das Landestierseuchenbekämpfungszentrum wurden am Wochenende aktiviert und eingerichtet. In Absprache mit dem Landkreis und der Bundeswehr wurden die Restriktionszone und die Maßnahmen festgelegt. Deren Überwachung obliegt dem Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes des Landkreises.

Der gesamte Wortlaut der Allgemeinverfügung ist auf der In­ter­net­sei­te der Lan­des­di­rek­ti­on Sach­sen einsehbar. Sie tritt am Tage nach ihrer Bekanntgabe in Kraft.
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