Pressemitteilung Afrikanische Schweinepest in Tschechien, Polen und im Baltikum

In Tschechien hatten sich erste Verdachtsfälle auf hochinfektiöse Afrikanische Schweinepest (ASP) im Sommer 2017 bestätigt. Etwa 300 km vom Landkreis Görlitz entfernt, in der südöstlichen Region von Zlin, wurde die Tierseuche bei Wildschweinen nachgewiesen.

Das Friedrich-Löffler-Institut hat eine Risikobewertung veröffentlicht:
Das Risiko, dass die ASP zunächst in die deutsche Wildschweinpopulation eingeschleppt wird, erscheint vor dem Hintergrund der neu aufgetretenen Fälle in der Tschechischen Republik und der Situation in den baltischen Staaten und Polen größer als ein Ersteintrag in die Hausschweinpopulation. Hierbei stellen hohe Wildschweindichten bei gleichzeitiger ausgeprägter Hausschweinehaltung mit niedriger Biosicherheit in unseren östlichen Nachbarländern und die sehr gut ausgebildete Verkehrsinfrastruktur (Fernstraßennetzwerk, Schifffahrtsstraßen und Wasserwege, Eisenbahnen und Flugverkehr) und damit einhergehende Anbindung an Deutschland die entscheidenden Risikofaktoren dar.
Das Risiko des Eintrags von ASP nach Deutschland durch illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminiertem Material wird als hoch eingeschätzt.
Das Risiko des Eintrags durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Erzeugnisse entlang des Fernstraßennetzes durch Fahrzeuge oder Personen wird im Sinne eines „worst case scenario“ als hoch bewertet.
Das Risiko einer Einschleppung durch den Jagdtourismus und das Mitbringen von Jagdtrophäen aus betroffenen Regionen wird als mäßig eingeschätzt.
Das Risiko eines Eintrags der ASP durch direkten Kontakt zwischen infizierten Wildschweinen wird als mäßig beurteilt.

Jagdausübungsberechtigte sollten die folgenden Biosicherheitsmaßnahmen präventiv berücksichtigen:

  • Kontamination von Jagdausrüstung, Jagdhunden, Kleidung, Schuhwerk, Gerätschaften und Fahrzeugen mit Blut vermeiden;
  • Hände nach Kontakt zu toten Wildschweinen vor Verlassen des Reviers waschen und desinfizieren; Kleidung nach Kontakt zu toten Wildschweinen wechseln und bei mindestens 40°C mit Waschpulver waschen; Schuhwerk vor Verlassen des Reviers wechseln und unverzüglich reinigen und desinfizieren;
  • Fahrzeuge reinigen, insbesondere Kontaminationen mit Blut sorgfältig entfernen;
  • Zentrale Aufbruchplätze bei Drückjagden einrichten und nach Nutzung desinfizieren;
  • Unschädliche Beseitigung von Aufbrüchen (nicht im Wald lassen!);
  • Ausweisen von separaten Wildsammelstellen für die Jagd in ASP-Gebieten; Verbot des Verbringens von Wildschweinen aus ASP-Gebieten in andere Wildsammelstellen;
  • Sicherstellen, dass Mülltonnen im gesamten Gebiet - vor allem an öffentlichen Parkplätzen - kippsicher sind.

Landwirte mit Schweinehaltungen werden hiermit eindringlich gebeten, die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten:

  • Alle Absicherungsmaßnahmen in den Stallungen sind zu überprüfen und zu verstärken
  • Die Zaunführung um den Betrieb sollte  kontrolliert und die Stallzugänge verschlossen sein, damit Wildschweine oder unbefugte Personen zum Objekt keinen Zugang finden.
  • Die Verfütterung von Küchen- und Speisenabfällen ist gesetzlich verboten.
  • Ungewöhnliche oder von der Norm abweichende Erkrankungen in den Schweinehaltungen, die mit Fieber oder dem Anstieg der Tierverluste einhergehen, müssen exakt erfasst und unverzüglich tierärztlich abgeklärt werden.
  • Die Tierseuchenalarmpläne sollten hinsichtlich der Adressen und Telefonnummern der Behörden und Ansprechpartner aktualisiert werden.
  • Die Mitarbeiter sollten in den Ställen zum Tierseuchenschutz mit Unterschrift belehrt werden.
  • Das Kadaverhaus/-wanne und der Standort des Abholfahrzeuges sollten jedes Mal  gründlich gereinigt und desinfiziert werden.
  • Rechtzeitige Information an die Hoftierärzte bei  von der üblichen Norm abweichenden Erkrankungen und Verlusten.
  • Der Schweinegesundheitsdienst der Sächsischen Tierseuchenkasse steht beratend zur Seite.

Reisende werden dringend darauf hingewiesen, keine tierischen Erzeugnisse aus den betroffenen Gebieten mitzubringen.

Der Bund (BMEL) bereitet dazu Plakatinformationen an den Grenzübergangspunkten vor.

Für weiterführende Informationen stehen die MitarbeiterInnen des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes Görlitz unter der Telefonnummer 03581 663 2301 oder per Email an veterinaeramt@kreis-gr.de  zur Verfügung.

Hausanschrift
Landratsamt Görlitz
Bahnhofstraße 24
02826 Görlitz
 
Postanschrift
Landratsamt Görlitz
PF 30 01 52
02806 Görlitz

Wichtig: Bei Schrift-verkehr betreffendes Amt angeben!
 


Öffnungszeiten

Übersicht der Standorte und Verteilung der Ämter in den Häusern des Landratsamtes

 

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