Covid-19 und die wilden Müllablagerungen

In den letzten Wochen haben viele Bürger im Landkreis Görlitz die kontaktarme Zeit genutzt, um Ordnung in den eigenen Garten zu bringen. Meist gehört zum Frühjahrsputz im Garten der Strauch- und Baumschnitt dazu.

In den vorangegangenen Jahren brachten einige Bürger den Strauch-, Hecken- und Baumschnitt zu Plätzen der jeweiligen Gemeinde, auf welchen normalerweise das Hexenfeuer stattfinden sollte. Doch in diesem Jahr durfte aufgrund der Einschränkungen durch das Corona-Virus kein Traditions- bzw. Brauchtumsfeuer durchgeführt werden.

Doch wohin dann mit den Gartenabfällen? Einmal vorweggenommen, weder ein Traditionsfeuer, noch ein Feuer im eigenen Garten darf zur Abfallbeseitigung genutzt werden. Einige Mitbürger werden sehr kreativ, welches die seither steigenden Fallzahlen für wilde Müllablagerungen in Wäldern zeigen. Ein Entsorger berichtete sogar von, außerhalb der Öffnungszeiten, über den Zaun geworfenen Abfällen, in einer nicht geringen Menge. In all diesen Fällen werden Ermittlungen eingeleitet und empfindliche Bußgelder verhängt bzw. Anzeige bei der Polizei erstattet. Der Regiebetrieb Abfallwirtschaft nimmt gerne schriftliche Hinweise und Beobachtungen aus der Bevölkerung bezüglich solcher Vergehen entgegen.

Feinen Grün- oder Heckenschnitt entsorgt man am besten in der Biotonne oder im eigenen Komposthaufen. Falls einmal die vorhandene Biotonne nicht ausreicht, können zugebundene Gartenabfallsäcke, mit einem Volumen von 120 Liter und einem Preis von 3,12 €, neben die Tonne bereitgestellt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist, Gartenabfälle wie Rasenschnitt, Äste oder Strauchschnitt mit Hilfe eines Gartenhäckslers zu Mulch zu verarbeiten. So können sie als wertvolle Nährstoffe im Garten verbleiben und schützen so den Boden vor der Austrocknung sowie dem Unkrautwuchs.

Große, grobe Materialien wie Baumschnitt, ausgegrabene Wurzeln und auch alle anderen Gartenabfälle können bei diversen Entsorgungsunternehmen für kleines Geld abgegeben werden. Der Preis für die Entsorgung ist immer abhängig von der Beschaffenheit der Struktur. Als Beispiel kostet die Beseitigung von feinem Rasen- und Heckenschnitt bei der Niederschlesischen Entsorgungsgesellschaft mbH (NEG) nur ca. 45 € pro Tonne. Grober Strauch- oder Baumschnitt wird für ca. 70 € pro Tonne abgenommen.

Bei diesen niedrigen Preisen von 0,45 – 0,70 € pro Kilogramm Grün- und Gartenabfall ist es für den Regiebetrieb Abfallwirtschaft nicht nachvollziehbar, warum einige Mitmenschen viele Kilometer, Muskelkraft und dazu noch den Treibstoffverbrauch in Kauf nehmen, um ihre Abfälle auf Wiesen und in den Wäldern des Landkreises loszuwerden.

Gartenabfälle gehören nicht in die Natur, da Wald- und Grünflächen eigene kleine Ökosysteme bilden. Sobald zusätzliche Faktoren eingebracht werden, wie zum Beispiel Nährstoffe, Mikroorganismen oder nichteinheimische Pflanzenteile, kann das Ökosystem auf lange Sicht geschädigt oder gar zerstört werden. Schon Wurzelreste, Zwiebeln, Knollen oder Samen nichteinheimischer konkurrenzstarker Gartenpflanzen können austreiben und unsere einheimischen Pflanzen verdrängen.

Wilde Müllablagerungen sind nicht nur ein unschöner Anblick, sie laden Nachahmer erfahrungsgemäß dazu ein immer mehr Unrat abzulagern. Schon nach kurzer Zeit befinden sich kleine Deponien im Wald oder auf Grünflächen. Die Beräumung zahlt unter Umständen der Abfallgebührenzahler, wenn kein Verursacher festzustellen ist.

 
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