Landrat Bernd Lange unterzeichnet Kooperationsverträge für das 5G-Projekt „Waldwächter“

Görlitz, 25. August 2020: Der Landkreis Görlitz hat heute vor Vertretern der Medien sein 5G-Konzept „Waldwächter“ präsentiert, welches nun dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vorgestellt wird.

Gruppenfoto Projektpartner_5G-Projektvorstellung Waldwächter_25082020 Landrat Bernd Lange unterzeichnete die Konsortialverträge mit den Projektpartnern – der BTU Cottbus Senftenberg, der Hochschule Zittau Görlitz, der Firma GGS Speyer und der Exelonix GmbH aus Dresden –, die maßgeblich an dem Konzept gearbeitet haben. Weiterhin wurden jeweils Absichtserklärungen mit der Telekom Deutschland GmbH und Vodafone GmbH unterzeichnet, um die 5G-Versorgung im Projektgebiet sicherzustellen.
 

Konzept 5G-Projekt „Waldwächter“

In den immer wärmer werdenden Sommern, die den Wald unter ungemeinen Stress setzen, wird die Gefahr von Waldbränden in den nächsten Jahren noch deutlich steigen. Weite Teile des Landkreis Görlitz bestehen aus Waldflächen. Ein Teil davon liegt im Truppenübungsplatz Oberlausitz der Bundeswehr und ist damit auch einer erhöhten Waldbrandgefahr ausgesetzt. Wird ein Waldbrand nicht rechtzeitig entdeckt, besteht die Gefahr, dass sich dieser unkontrolliert ausbreitet. Bei Wald in der Nähe von Dörfern ist die Gefahr umso größer. Eine möglichst frühzeitige Erkennung ist daher unverzichtbar. Durch den Einsatz der 5G-Technologie wird es zukünftig über ein Monitoring in Echtzeit, möglich sein, Wald- bzw. Schwelbrände bereits im Ansatz zu erkennen und zu bekämpfen.

Als Teil der 5x5G-Modellregion hat das Landratsamt Görlitz, unterstützt durch Fördermittel des BMVI, ein Konzept für 5G-Anwendungszenarien in den Bereichen Drohnensteuerung und Waldbrandbekämpfung erarbeitet. Das Konzept „Waldwächter“ –befasst sich mit dem Waldbrandmonitoring durch den Einsatz von Drohnen. So können Gefahren frühzeitig erkannt, Risiken identifiziert und entsprechende Entscheidungen in Notfallsituationen getroffen werden. Der Kern der Projektidee dient dem Monitoring der Waldflächen durch die Stationierung und den Betrieb eines zentralen Steuerungsservers in einer Feuerwehrleitzentrale. Hierbei werden die übertragenen Thermal - und Rauchmelder-Sensordaten in Echtzeit übertragen, nach Temperaturauffälligkeiten und Rauchgasen ausgewertet und per autonom fliegender Drohne die Gefahrenlage verifiziert.

Ziel des Projektes

Ziel ist die Implementierung und Erprobung von Methoden der Waldüberwachung hinsichtlich Brandschutz und weiterer Anwendungsfelder wie zum Beispiel der Erfassung von Schädlingsbefall (Borkenkäfer). Dafür sollen drei Arten von Sensorik kombiniert und über 5G-Mobilfunk vernetzt werden:

  • Stationäre Bodensensoren (insbesondere für meteorologische Parameter, wie Bodenfeuchtigkeit, Niederschlagsintensität, Luftfeuchte, usw.)
  • Kamera-Überwachung und Erfassen von Wärmebildsignaturen auf Feuerwachtürmen
  • Drohnenflug, möglichst auch Geschwader zur 3D-Erfassung von Parametern von meteorologischen, aber auch biologischen Parametern


Die Daten aus diesen drei Quellen werden in einer zentralen Instanz erfasst und es geht darum, auf Basis von KI eine Analyse vorzunehmen, Probleme durch automatisierte Auswertung zu erkennen (Feuernester, Schwelbrände, Schädlingsbefall) und Maßnahmen anzustoßen (wie Löschung, Schädlingsbeseitigung. Auch die Übertragung der Daten sowie die Steuerung der Drohne(n) erfolgt über 5G-Mobilfunk.


Projektbeteiligte

  • Brandenburgisch-Technische Universität Cottbus Senftenberg
  • Hochschule Zittau/Görlitz
  • Fraunhofer IOSB
  • iCampus Cottbus
  • IHP Frankfurt (Oder)
  • GGS Speyer (für Drohnen)
  • exelonix (für 5G-Vernetzung der Sensorik)
  • Vodafone
  • Telekom
  • Landkreis Görlitz: Dezernat III gemeinsam mit TÜV Rheinland Consulting


Aufbau des 5G-Netzes
Hierzu ist die Herstellung einer öffentlichen 4G/5G-Mobilfunkversorgung im Bereich des Truppenübungsplatzes Oberlausitz durch die Mobilfunkanbieter Telekom und Vodafone geplant. Der Landkreis Görlitz hat hierfür entsprechende Absichtserklärungen mit den Mobilfunkbetreibern unterzeichnet. Die einmal hergestellte öffentliche Mobilfunkversorgung wird anschließend für den öffentlichen Raum bestehen bleiben.

Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre, ab Zusage durch das BMVI.


Axel Schulz_TÜV Rheinland Consulting GmbH_5G-Projektvorstellung Waldwächter_25082020
Axel Schulz, TÜV Rheinland, stellt das 5G-Konzept „Waldwächter“ vor, für welches beim BMVI nun ein Antrag auf Projektförderung gestellt wird. Mit dem Ergebnis ist bis Ende des Jahres zu rechnen.


Unterzeichnung HSZG_5G-Projektvorstellung Waldwächter_25082020
Landrat Bernd Lange (rechts) unterzeichnet Konsortialverträge mit Projektpartnern, zu denen u.a. die BTU Cottbus Senftenberg und die Hochschule Zittau Görlitz gehören. Hier leistet Alexander Kratzsch, Rektor des HSZG seine Unterschrift.


Drohne_5G-Projektvorstellung Waldwächter_25082020
Gerhard Kemper von der Firma GGS-Speyer zeigt eine Drohne in die Kamera, die zur Überwachung von potentiellen Waldbränden eingesetzt werden soll.