Allgemeinverfügung des Landkreises Görlitz zur Aufhebung der Schonzeit für Rotwild im Gebiet des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Neusorge

Vollzug des Jagdgesetzes zur Vermeidung übermäßiger Wildschäden

hier: Allgemeinverfügung des Landkreises Görlitz zur Aufhebung der Schonzeit für Rotwild im
Gebiet des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Neusorge


Das Landratsamt Görlitz erlässt folgende

Allgemeinverfügung:
 

  1.  Nach § 22 Abs.1 Bundesjagdgesetz (BJagdG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. September 1976 (BGBl. I S. 2849), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 14. November 2018 (BGBl. I S. 1850), in Verbindung mit § 22 Abs. 1 sächsisches Jagdgesetz (SächsJagdG) vom 8. Juni 2012 (SächsGVBl. S. 308), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 31. Januar 2018 (SächsGVBl. S. 21) in Verbindung mit § 4 Abs. 1 Nr. 1 Sächsische Jagdverordnung vom 27. August 2012 (SächsGVBl. S. 518), zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 15. Mai 2019 (SächsGVBl. S. 332)

    wird die festgelegte Schonzeit für männliches und weibliches Rotwild der Altersklasse 1 im Bereich des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Neusorge, örtlich auf die wildschadensgefährdeten landwirtschaftlichen Kulturen beschränkt, mit sofortiger Wirkung bis 31.07.2020 aufgehoben.

    Die Bejagung auf Rotwild unterliegt den Regelungen des Gruppenabschussplanes der Hegegemeinschaft Oberlausitz.

    Der unteren Jagdbehörde ist innerhalb einer Woche nach dem Zeitpunkt der Erlegung von Wild dessen Abschuss, der durch diese Allgemeinverfügung genehmigt wurde, schriftlich anzuzeigen.

     
  2. Die sofortige Vollziehung der Anordnung nach Ziffer 1 wird gemäß § 80 Abs. 2 Nr. 4 Verwaltungsgerichtsordnung vom 19.03.1991 (BGBl. I S. 686), in der aktuell geltenden Fassung, angeordnet.

     
  3. Der jederzeitige Widerruf dieser Allgemeinverfügung bleibt vorbehalten. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass die Voraussetzungen für die Aufhebung der Schonzeit entfallen.
     
  4. Diese Allgemeinverfügung ist befristet bis zum 31.07.2020.
     
  5. Diese Allgemeinverfügung gilt am Tag nach der ortsüblichen Bekanntmachung auf der Homepage www.kreis-görlitz.de und nach öffentlichem Aushang im Landratsamt, Bahnhofstraße 24, 02826 Görlitz als bekannt gegeben.





Begründung:



Die sachliche und örtliche Zuständigkeit des Landkreises Görlitz für diese Allgemeinverfügung ergibt sich aus § 33 Abs. 1 Sächsisches Jagdgesetz vom 8. Juni 2012 (SächsGVBl. S. 308), das durch das Gesetz vom 31. Januar 2018 (SächsGVBl. S. 21) geändert worden ist.

I.

Gemäß § 22 Abs. 1 BJagdG sind Zeiten, in denen die Jagd auf Wild ausgeübt werden darf durch Rechtsverordnung festgelegt (Jagdzeiten). Außerhalb dieser Jagdzeiten ist das Wild von der Jagd zu verschonen (Schonzeiten).

Nach § 4 Abs. 1 Pkt.1 SächsJagdVO ist für Rotwild die Jagdzeit vom 01. August bis 31. Januar festgesetzt.  

Die untere Jagdbehörde kann die Schonzeiten für bestimmte Gebiete oder für einzelne Jagdbezirke aus besonderen Gründen, insbesondere aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung und Landeskultur, zur Beseitigung kranken oder kümmernden Wildes, zur Vermeidung übermäßiger Wildschäden, zu Lehr- und Forschungszwecken, bei Störung des biologischen Gleichgewichts oder der Wildhege gemäß § 22 Abs. 1 Nr.1 SächsJagdG vorübergehend aufheben.

Bei einer Ortsbegehung durch die Untere Jagdbehörde am 06.05.2020 wurden auf mit Mais bestellten Flächen, beginnende Wildschäden verursacht von Rotwild nachgewiesen. Die dort angebauten landwirtschaftlichen Kulturen sind Futter- und Wirtschaftsgrundlage für den bewirtschaftenden Betrieb. Die vom Wild verursachten Schäden könnten nur durch Zukäufe ausgeglichen werden.

Auf Grund der Flächengröße und exponierten Lage, sind anderweitige Maßnahmen zur Wildschadensabwehr kaum bzw. nicht zu realisieren. Die vorgefundenen Wildschäden sowie die weiterhin drohende Schadensgefahr rechtfertigen, nach Abwägung aller Umstände, eine Ausnahme nach § 22 Abs. 1 SächsJagdG.

II.

Die Anordnung der sofortigen Vollziehung steht im dringenden Interesse eines Beteiligten. Da von Rotwild erhebliche Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen zu erwarten sind, ist das Interesse der unmittelbar betroffenen Landwirte und Grundeigentümer höher anzusehen als die Interessen von Drittbetroffenen. Ohne die Aufhebung der Schonzeit für Rotwild im gemeinschaftlichen Jagdbezirk Neusorge besteht eine erhebliche Gefahr, dass die vorgefunden Wildschäden sich ausweiten werden.

III.

Die Jagd im Zeitraum von Mai bis Juli ohne die entsprechende Notwendigkeit widerspricht dem Schonzeitgedanken und der Wildbiologie und kann daher nur in einem engen Rahmen als Ausnahme zugelassen werden. Sollte die Notwendigkeit der Schonzeitaufhebung für Neusorge entfallen, so kann die Allgemeinverfügung widerrufen werden.

Die Meldepflicht innerhalb einer Woche nach dem Zeitpunkt der Erlegung ist zur Kontrolle der Notwendigkeit dieser Ausnahmegenehmigung erforderlich.


Rechtsbehelfsbelehrung:

Gegen diese Allgemeinverfügung kann innerhalb eines Monats nach der Bekanntgabe Widerspruch erhoben werden. Der Widerspruch ist schriftlich oder zur Niederschrift beim Landratsamt des Landkreises Görlitz, Bahnhofstraße 24 in 02826 Görlitz einzulegen.


Allgemeinverfügung Aufhebung Schonzeit Rotwild 2020

 

Hausanschrift

Landratsamt Görlitz
Bahnhofstraße 24
02826 Görlitz
 
Postanschrift
Landratsamt Görlitz
PF 30 01 52
02806 Görlitz

Wichtig: Bei Schriftverkehr betreffendes Amt angeben!
 


Öffnungszeiten



 Bürgerinfoportal Externer Link - Neues Fenster
 

Terminvergabe

Bürgerbüro Online-Termin Externer Link - Neues Fenster

Fahrerlaubnis Online-Termin Externer Link - Neues Fenster

Kfz-Zulassung Online-Termin Externer Link - Neues Fenster  

iKfz online Zulassung 



Übersicht der Standorte und Verteilung der Ämter in den Häusern des Landratsamtes  

#MeinZushauseLKGR
 

Facebook – folgen Sie uns ?!    Hier twittert das Onlineteam LKGR    In unserem YouTube - Kanal präsentieren wir Ihnen Aktuelles, Alltägliches und Glanzlichter aus unserem Landkreis Görlitz.    Bilder und Fotos aus dem östlichsten Landkreis D