Laufende Maßnahmen

Installation von prädatorensicheren Brutvogelinseln

Auf Grund der starken Prädation der Wasservogelgelege sind die Bestandszahlen vieler Wasservogelarten im Gebiet seit mehreren Jahren rückläufig bzw. es erfolgen keine Bruten mehr. Durch das Ausbringen von prädatorensicheren Brutvogelflössen bzw. -inseln sollen sichere Brutmöglichkeiten geschaffen und somit das Vorkommen verschiedener Wasservogelarten im Gebiet gesichert werden. Eine Brutinsel, die vor allem die Wiederansiedlung der Lachmöwen und Flussseeschwalben ermöglichen soll, wurde bereits Anfang 2013 im Niederspreer Teichgebiet installiert und ein begleitendes Monitoring eingerichtet.

Vogelinsel1(c)Dieter Zarth

Vogelinsel3(c)Dieter Zarth 
Vogelinsel vor der Ausbrinung an den Standort im April 2013 (links) und im April 2015 (rechts)

Prädatorenmanagement

Große Teile des NGP stehen ebenfalls als Vogelschutzgebiet (SPA Nr. - DE 4554 - 451 Teichgebiete Niederspree-Hammerstadt) unter dem Schutz der EU und gehören zum europaweiten Netz NATURA 2000. Im Rahmen des jährlichen Brutvogelmonitorings mussten wir jedoch feststellen, dass besonders seit 2000 ein dramatischer Rückgang vieler Brutvögel zu verzeichnen ist.

Bestandsentwicklung der Lachmöwe im Teichgebiet Niederspree (2000 bis 2015):
2000WÜNSCHE500-700 Paare, 650-700 Nester im Neuteich
2001BROZIOca. 700 Paare
2002BROZIOca. 700-900 Paare
2003BROZIOca. 500 Paare
2004BROZIOkeine erfolgreiche Brut, 20./21.04. nur ca. 40 bis 50 Tiere anwesend
2005BROZIOkeine erfolgreiche Brut, am 04.04. ca. 800 Ex.
2006BROZIO60-70 Paare erfolgreich, im April ca. 400 Ex.
2007BROZIOca. 40 Brutpaare, Anfang April 600 Ex., bis Anfang Mai sank der Bestand auf 80
2008BROZIO/STRIESEmax. 600 bis 700 Ex., Kolonien im Groß- und Neuteich,
> 108 BP, Mai und Juni bis max. 50 Nester mit Eiern bei einer Begehung, ohne einen Bruterfolg!
2009BROZIOam 30.03. > 330 Ex. Neuteich, ca. 280 Ex. Großteich,
Koloniegründungen, aber am 20./21.4. hatten bis auf wenige Exemplare die Lachmöwen das Gebiet verlassen, früher als sonst.
2010BROZIOam 26.03. 200 bis 300 Ex. Neuteich, ca. 70 Ex. Großteich, im April Gebiet verlassen, ca. 20 Ex. bis Juli
2011BROZIOam 24.03. 80 Ex. Neuteich, 7 Ex. Großteich, April ähnlich, danach Gebiet verlassen
2012BROZIOam 26.03. 195 Ex. Großteich, 20 Ex. Neuteich, im April 50 Ex., 20 Ex. danach Gebiet verlassen
2013BROZIOBrutfloß auf Neuteich, bis 25 Ex. auf Groß- oder Neuteich, am 14.06. 4 bis 5 BP auf Floß
2014ZARTHBrutfloß mit > 5 BP (2x Jungvögel, 3x Gelege)
2015BROZIO/ZARTH20 bis 25 BP auf Floß, 15 Jungvögel
2016ZARTH36 BP auf Brutfloß, 15 Jungvögel, 12 BP Flussseeschwalbe, 4 registrierte Jungvögel

Brutvogelmonitoring

Gleichzeitig ist zu beobachten, dass die Anzahl der Waschbären und Minke, die in der Natur anzutreffen sind, dramatisch zugenommen hat. Als invasive gebietsfremde Arten besitzen sie keinerlei natürliche Feinde. Wir sehen besonders in der hohen Population dieser Arten den Grund dafür, dass unsere einheimischen Wasservogelpopulationen so drastisch abnehmen, da Mink und Waschbär bereits die Nester bzw. die Jungvögel plündern. Ein über drei Jahre angelegtes Prädatorenmanagement, das in enger Kooperation mit der ansässigen Jägerschaft durchgeführt wird, soll die Population dieser invasiven Neozoen im Schutzgebiet verringern. Das weitere jährliche Brutvogelmonitoring wird zeigen, ob dieser kausale Zusammenhang tatsächlich wie angenommen so gegeben ist.

Dafür wurde beim Freistaat Sachsen eine finanzielle Unterstützung und Förderung eines Teilvorhabens zur Reduktion der Prädation von Wasservögeln durch Mink, Waschbär und Marderhund im Teichgebiet Niederspree bzw. im Naturschutzgroßprojekt beantragt. Die Möglichkeit, die Maßnahme im Naturschutzgroßprojekt und Vogelschutzgebiet zu realisieren, ist uns nur durch die Förderung des Freistaates Sachsen über ein EU-kofinanziertes Programm gegeben. Mit Bescheid vom 19.10.2016 erhielten wir die Bewilligung zur „Förderung eines Vorhabens nach der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft für die Förderung von Maßnahmen zur Sicherung der natürlichen biologischen Vielfalt und des natürlichen ländlichen Erbes im Freistaat Sachsen (Förderrichtlinie Natürliches Erbe – RL NE/2014 vom 15.12.2014)“.

Prädatorenmanagement Waschbär   Eckdaten zum Prädatorenmanagement:

   - Reduktion von Waschbär, Mink über 3 Jahre in
     enger Kooperation mit der Jägerschaft
  -  Bewilligungsbescheid vom 19.10.2016 bis Ende
     2018
   - Nach Bewilligung Ausschreibung und Erwerb der
     Fallen und Fallenmelder
   - Beginn Juni 2017
   - Ausbringung und Betreuung von bis zu
     60 Lebendfallen
   - Hoher Abstimmungsbedarf mit den Jagdpächtern
     (Begehungsscheine)
   - Wissenschaftliche Auswertung in Kooperation mit
     Senckenberg Görlitz
   - Projektkosten ca. 108 T€
   - Förderung 97,6 T€

Prädatorenmanagement_EPLR

Prädatorenmanagement_Karte

Renaturierung der Raklitza zwischen den Teichgruppen Quolsdorf und Rietschen

Die Raklitza ist ab der Teichgruppe Quolsdorf bis auf Höhe des Waldteiches der Teichgruppe Rietschen über ca. 4,5 km ein weitgehend trapezförmiges „Abflussgerinne“ und im Bereich des Kerngebietes darüber hinaus komplett begradigt. Bei Starkregenereignissen und beim Ablassen der Teiche werden angrenzende Flächen häufig großflächig überschwemmt. Bereits seit Beginn des Naturschutzgroßprojektes war die abschnittsweise Renaturierung der Raklitza im Pflege- und Entwicklungsplan festgeschrieben. Es ist nunmehr beabsichtigt, den Gewässerlauf so zu verlegen, dass der Lauf entlang von bestehenden Gehölz- oder Waldbeständen führt (Beschattung des Gewässers). Anderseits soll das Gewässer aufgeweitet, Mäander, Gewässertaschen und Kolke angelegt sowie teilweise das Ufer abgeflacht werden, so dass einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten bessere Lebensbedingungen geboten werden. Gleichzeitig sind positive Effekte auf den Hochwasserschutz und ein geringerer Unterhaltungsaufwand zu erwarten. Bis zur endgültigen Umsetzung der Maßnahme sind jedoch noch umfangreiche Planungen erforderlich.

Erneuerung Verteilerwehr am Schöps in Spree

Für den dringenden Neubau des Verteilerwehres Weißer Schöps/Schutzgraben in der Ortslage Spree läuft die Ausführungsplanung. Die Maßnahme wird durch die Landestalsperrenverwaltung (LTV) realisiert.
In Verbindung mit dem 2014/2015 bereits abgeschlossenen Rückbau des Raklitzawehrs nördlich der Teichgruppe Rietschen durch die Vattenfall Europe Mining AG und dem bisher nur geplanten Umbau des Bauwerkes „Schutzgraben Abzweig Neugraben“ kann die Durchgängigkeit vom Schöps über Raklitza, Neu- und Schutzgraben zum Schöps erreicht werden.

  


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