Hält die Solaranlage, was sie verspricht?

Erste Solarwärme-Checks zeigen: Tipps zur Verbesserung gibt es bei jeder Anlage

 

Thermische Solaranlagen sorgen für die Warmwasserbereitung und können sogar die Heizung unterstützen – mit solarer Wärme vom eigenen Dach. Das entlastet die Umwelt und sollte auch das Portemonnaie schonen. Soweit die Theorie. Wie sieht es in der Praxis aus? Seit Juni 2016 bieten die Energieberater der Verbraucherzentrale privaten Hausbesitzern die Möglichkeit eines Solarwärme-Checks.

 

Die bisher in Sachsen durchgeführten Solarwärme-Checks zeigen: „Die meisten Anlagenbesitzer lassen ihren Heizkessel auch im Sommer an.“, berichtet Angelika Baumgardt, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Sachsen, „Das bedeutet meistens, dass dieser gleich morgens das Wasser erwärmt, sodass die Sonne, die vielleicht kurze Zeit später Wärme liefern könnte, gar nicht zum Zuge kommt.“ Auch Wärmemengenzähler, die Auskunft über die tatsächlich von der Solaranlage gelieferte Wärme geben könnten, sind leider relativ selten anzutreffen. Und so bleibt vielen Anlagenbesitzern nur das Vertrauen, dass die Anlage liefert, was geplant war.

 

Hier setzt der Solarwärme-Check der Verbraucherzentrale an. Ein unabhängiger Energieberater nimmt die Anlagenkomponenten in Augenschein, untersucht, wie gut diese aufeinander abgestimmt sind, und ob sie einen effizienten Betrieb gewährleisten. „Viele Anlagen arbeiten auch gut“, informiert Baumgardt. „Tipps zur Verbesserung gibt es trotzdem bei jeder Anlage. Das kann eine Anpassung der Regelung sein, aber auch eine Nachrüstung der Dämmung an Rohrleitung oder Speicher- oder Kollektoranschlüssen bis hin zum Austausch defekter Anlagenteile“. Außerdem ist der Check für die Anlagenbetreiber auch Anlass, sich einmal ausführlich mit ihrer Solaranlage zu befassen und diese kennenzulernen.

 

Der Solarwärme-Check besteht aus zwei Terminen. Beim ersten wird die Messtechnik angeschlossen, die mindestens drei Tage lang Messwerte aufzeichnet. Beim zweiten Termin werden die Ergebnisse ausgelesen. Nach der Auswertung der Messergebnisse erhalten die Anlagenbesitzer einen schriftlichen Kurzbericht. Dank der Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bezahlen private Verbraucher für den Solarwärme-Check nur einen Eigenanteil von 40 Euro. Eine Anmeldung dafür ist unter der kostenlosen Nummer 0800 – 809 802 400 möglich. Mehr Informationen unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de.

 

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