Neue Studie zu Flüchtlingen und Migration im Landkreis Görlitz

Der Umgang mit Migration und Flüchtlingen in Sachsen hat in den vergangenen Monaten immer wieder für negatives Aufsehen gesorgt, auch die Oberlausitz stand dabei häufig im Fokus. Daher wurde im November 2017 eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zum Thema Integration im Landkreis Görlitz durchgeführt. Was denken die Menschen in Zittau, Görlitz und Weißwasser? Wie sollte aus Sicht der Bevölkerung mit den Themen Flucht, Migration und Integration umgegangen werden?

Im Land Sachsen ist diese Studie die erste Befragung in einer solchen Tiefe. In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, der kreiseigenen Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft sowie Marktforschern von MAS Partners hat das Institut für Kommunikation, Information und Bildung (KIB) 1.000 Personen aller Schichten und Altersgruppen ab 14 Jahren im Landkreis Görlitz befragt.

Im Folgenden die wichtigsten Ergebnisse:
Die Einwohner im Landkreis Görlitz sprechen sich mehrheitlich für eine bestmögliche Integration von Asylbewerbern aus (87 Prozent).

Asylstudie Frage 1

Gleichzeitig stimmen 77 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass Deutschland eine Obergrenze für die Aufnahme von Asylbewerbern braucht. 87 Prozent sind zudem der Ansicht, dass Deutschland ein Einwanderungsgesetz haben sollte, mit dem der Zuzug von Nicht-EU-Ausländern geregelt wird.

Asylstudie Frage 2

27 Prozent der Befragten meinen, dass möglichst gar keine Asylbewerber in Deutschland aufgenommen werden sollten, während 42 Prozent der Ansicht sind, dass Deutschland uneingeschränkt und bedingungslos politisch verfolgte Asylbewerber aufnehmen sollte. 94 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Deutschland politisch verfolgte Asylbewerber aufnehmen, aber im Falle krimineller Straftaten sofort abschieben sollte. Damit lässt sich die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung des Landkreises Görlitz etwa so ausdrücken: „Der Zuzug von Flüchtlingen und Migranten sollte durch eine Obergrenze und ein Einwanderungsgesetzgesteuert werden. Aber wer einmal da ist und nicht kriminell wird, um den sollten wir uns auch bestmöglich kümmern.“

Im Hinblick auf den Stand der Integration sehen die Befragten durchaus Handlungsbedarf. Während etwas mehr als ein Drittel der Befragten mit dem gegenwärtigen Stand der   Integrationsbemühungen in der Region zufrieden ist, sind knapp die Hälfte der Befragten eher unzufrieden. 16 Prozent der Befragten haben hierzu keine Angaben gemacht.
Asylstudie Frage 3

Am deutlichsten wird der Handlungsbedarf anhand der Antworten auf die Frage, ob Migranten und Flüchtlinge in der Region als gleichberechtigte Bürger akzeptiert sind oder nur geduldet werden. 76 Prozent der Befragten meinen, dass Migranten und Flüchtlinge in der Region nur geduldet werden.
Asylstudie Frage 4

Hintergrund der Studie ist die Entwicklung eines Integrationskonzepts für den Landkreis Görlitz. Eine Steuerungsgruppe aus Verwaltung, Politik und Initiativen wird die Maßgaben, Vorschläge und Ideen zum Thema Integration bündeln und zu einem Konzept weiterentwickeln. Die Steuerungsgruppe tritt regelmäßig an die Öffentlichkeit, um den gegenwärtigen Stand des Integrationskonzeptes zu diskutieren, so erstmals am 13. Dezember 2017. Vertreter aus allen Parteien trafen sich mit Verwaltungsmitarbeitern und engagierten Bürgern aus unterschiedlichen Organisationen, um den Startschuss für die Entwicklung eines Integrationskonzeptes für den Landkreis Görlitz zu geben und die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung zu diskutieren.

Heike Zettwitz, zuständige Dezernentin im Landratsamt:„ Ich freue mich, dass wir jetzt mit dem Integrationskonzept starten. Das war ein gelungener Auftakt am vergangenen Mittwoch. Die Studie ist eine wichtige Grundlage, denn sie zeigt die Meinung der Bev
ölkerung ganz ungeschminkt“.

Die hier dargestellten Ergebnisse sind nur ein kleiner Ausschnitt der Studie. Eine öffentliche Präsentation der Studie für alle Interessierten erfolgt am 9. Januar 2018 um 13 Uhr im Landratsamt in Görlitz, Bahnhofstraße 24, großer Saal.

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