Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen

Dokumente

Kita-Bedarfsplanung für die Schuljahre 2016/17 - 2018/19 zum Download als pdf (3MB)



Der Jugendhilfeausschuss hat am 22.06.2017 mit Beschluss-Nr. 205/2017 die Feststellung des individuellen Bedarfes für Kinder in Kindertageseinrichtungen und Tagespflegestellen beschlossen

Individueller Bedarf für Kinder in Kindertageseinrichtungen und Tagespflegestellen

Gemäß § 22 Abs. 2 SGB VIII sollen Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern, die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen sowie den Eltern dabei helfen, Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können.
 
Der Umfang der täglichen Förderung richtet sich dabei entsprechend § 24 SGB VIII nach dem individuellen Bedarf des Kindes. Dieser ist im Gesetz nicht konkret definiert. Der örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe ist verpflichtet bedarfsgerechte Betreuungsangebote für Kinder in Tageseinrichtungen und Tagespflege vorzuhalten. Weder das SGB VIII noch das SächsKitaG definieren jedoch abschließend, was unter einem bedarfsgerechten Angebot zu verstehen ist. Hier obliegt es dem örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe den Begriff „Bedarf“ für seinen Zuständigkeitsbereich auszulegen (siehe Kommentar Hensel/ Wende/ Schlosser zu § 3 SächsKitaG).
 
Bedarf ist das Ergebnis fachlicher und politischer Aushandlungsprozesse, in denen die Eingrenzung auf das im Rahmen der Gesamtverantwortung und zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben für erforderlich und gleichzeitig machbar Gehaltene festgestellt wird (vgl. Rahmenplan Integrierte Sozialplanung im Landkreis Görlitz). Dabei werden Wünsche, Interessen und Bedürfnisse der Personensorgeberechtigten und ihrer Kinder ebenso berücksichtigt, wie die konzeptionellen Vorstellungen der Einrichtungsträger und fachliche Vorgaben.
 
Entsprechend dieser Definition wirkt die Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung des Landkreises Görlitz auf ausreichende Betreuungsangebote in Tageseinrichtungen und Tagespflege für alle im Landkreis wohnhaften Kinder hin. Aufgabe der Kindertageseinrichtung und Pflegestellen ist die Erfüllung eines eigenständigen alters- und entwicklungsspezifischen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrages im Rahmen einer auf die Förderung der Persönlichkeit des Kindes orientierten Gesamtkonzeption und die Begleitung, Unterstützung und Ergänzung der Bildung und Erziehung in der Familie.
 
Grundsätzlich werden für Kinder im Alter von 9 Wochen bis zum Schuleintritt mit der Inanspruchnahme einer Betreuungszeit von bis zu 6 Stunden täglich bzw. 30 Stunden wöchentlich, der ganzheitliche Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag und die Gewährleistung frühkindlicher Förderung als erfüllt angesehen. Gleichwohl soll sich die Förderung jedes einzelnen Kindes an dessen Alter und Entwicklungsstand, seinen sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, seiner Lebenssituation sowie seinen Interessen und Bedürfnissen orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.
 
Insbesondere für Kinder mit erhöhtem Förderungsbedarf oder Anspruch auf Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ist davon auszugehen, dass der Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag ganzheitlich innerhalb einer maximalen täglichen Betreuungszeit von 9 Stunden bzw. 45 Wochenstunden realisiert wird. Im Interesse der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und um individuellen familiären Gegebenheiten gerecht zu werden, sollten Einrichtungsträger die Inanspruchnahme der bedarfsgerechten Betreuungszeiten für die Familien flexibel gestalten.
 
Für Eltern, denen es auf der Grundlage des § 90 SGB VIII nicht zuzumuten ist, den Elternbeitrag aus eigenem Einkommen aufzubringen, kann der Elternbeitrag ganz oder teilweise durch das Jugendamt übernommen werden. Bemessungsgrenze dafür ist grundsätzlich die Betreuungszeit von bis zu 6 Stunden täglich/30 Stunden wöchentlich. Über die Notwendigkeit eines darüber hinausgehenden Erziehungs-, Bildungs- und/oder Betreuungsbedarfes entscheidet das Jugendamt. Eine Betreuung von 9 Stunden täglich/45 Stunden wöchentlich ist möglich.
 
Die Übernahme des Elternbeitrages durch den örtlichen Träger der Jugendhilfe erfolgt ausschließlich in Höhe des im Jugendamt individuell festgestellten Bedarfes.
 
Dieser Beschluss entfaltet seine Wirksamkeit unbefristet ab dem 02.09.2013.
Hausanschrift
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Bahnhofstraße 24
02826 Görlitz
 
Postanschrift
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PF 30 01 52
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